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INCI-Bezeichnung: Nigella Sativa
Botanisches
Der Schwarzkümmel gehört zu den Hahnenfußgewächsen
(Ranunculaceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum und dem Orient.
Schwarzkümmel hat mehrfach gefiederte Blätter mit zarten
Fiederblättchen. Die weißen bis blauen Blüten bestehen aus 5
Kronblättern und bilden aus 5 bis 7 Fruchtblättern eine Scheinkapsel.
Diese enthält zahlreiche, unregelmäßig geformte, 2 bis 3 mm lange und
matt schwarze Samen. Die einjährige Pflanze ist weder mit Kümmel noch
mit indischem Kreuzkümmel verwandt. Über 20 verschiedene Nigella-Arten
gibt es, (den Hobbygärtnern ist bestimmt die „Jungfer im Grünen“ ein
Begriff – auch eine Nigella-Art) doch nur die Nigella Sativa hat
Heilkraft. Die besten Wirkstoffe bescheinigen Pharmazeuten dem
ägyptischen Schwarzkümmel.Inhaltsstoffe
Darunter befinden sich mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamine,
Mineralien und ätherische Öle. Dies sind u.a. 0,4 bis 2,5% ätherisches
Öl, Linolsäure, alpha-Linolensäure, Ölsäure, gesättigte Fettsäuren ,
Alkaloide, Tocopherole, Sterole, Gamma-Linol und –Linolensäuren, sowie
Nigellon – insgesamt über 100 Stoffe.
Tabelle:
0,2% Myristinsäure
12,0% Palmitinsäure
3,4% Stearinsäure
24,1% Ölsäure
56,5% Linolsäure
0,2% gamma-Linolensäure
0,2% Arachinsäure
0,3% Gadoleinsäure
2,7% Eicosadiensäure
0,05% Erucasäure
0,4% sonstige
Geschichte des Schwarzkümmels
Die alten Ägypter haben schon im Altertum um die Heilwirkung des
Schwarzkümmels gewusst und ihn dementsprechend eingesetzt.
Archäologische Funde beweisen, dass die Ägypter Schwarzkümmel bereits
vor über 3000 Jahren als Heil- und Würzmittel einsetzten. Sogar
Nofretete, bekannt für Ihre Schönheit und ihre charakteristische Nase,
soll das Öl für ihren königlichen Teint benutzt haben. Ein Fläschchen
Schwarzkümmelöl durfte Tut-ench-Amun mit auf die Reise ins Jenseits
nehmen. Es wurde in seinem Grab gefunden. Ein Ausspruch des islamischen
Propheten Mohammed aus seinem Buch „Hadith“ lautet: „Schwarzkümmel
heilt alles, außer den Tod.“
Im Nahen Osten hat die Verwendung von Schwarzkümmel als Würz- und
Heilmittel eine alte Tradition. Bei uns jedoch wurde Schwarzkümmel in
den 90er-Jahren wiederentdeckt, als Dr. Schleicher, ein Münchner
Immunologe und Pferdebesitzer, nach einem Heilmittel für sein
„asthmatisches“ Pferd suchte. Er wollte die unangenehmen
Begleiterscheinung, die bei Einnahme von Cortison unweigerlich
auftreten vermeiden und kam auf die Idee sich an befreundete Ärzte im
Nahen Osten zu wenden und nach Alternativen zu fragen. Von Kairo kam
dann ein Sack Schwarzkümmel mit der Aufforderung dies unter das Futter
zu mischen. Und, oh Wunder, das Pferd wurde wieder gesund und Dr.
Schleicher neugierig auf den Rohstoff Schwarzkümmel.
Mittlerweile wurde an weit über 700 Personen in seiner Klinik in
München die Wirksamkeit von Schwarzkümmel untersucht und dabei wurde
festgestellt, dass bei 70% der an Allergien, Neurodermitis, etc.
leidenden Personen eine Verbesserung und teilweise sogar eine
Ausheilung stattgefunden hat.
Wirkung
Mit über 100 verschiedenen Wirkstoffe enthält der Schwarzkümmel viele
wirksame Bestandteile, die ein breites Einsatzgebiet abdecken. Das
Zusammenspiel dieser Stoffe hilft bei vielen Stoffwechselvorgängen und
wirkt regulierend auf das Immunsystem.
Einsatzmöglichkeiten des Schwarzkümmels bei innerer Einnahme (in Form von Kapseln, Samen oder des Öles):
-
Stärkung der Abwehrkräfte
-
Senkung des Cholesterinspiegels
-
Erkältungen
-
Magen-Darm-Beschwerden
-
Rheuma
-
Pollenallergie
-
Blähungen
-
Darmpilzinfektionen
Einsatzmöglichkeiten bei äußerer Anwendung:
-
Neurodermitis
-
Akne
-
Schuppenflechte
-
Prellungen
-
Ekzeme
Und immer wieder entdecken Labors in aller Welt neue
Einsatzmöglichkeiten. So hat das amerikanische Krebsforschungsinstitut
Sloan Kettering tumorhemmende Eigenschaften entdeckt. Im indischen
Kerala wurden antidiabetische und krebshemmende Wirkungen dokumentiert.
Am King's College in London antirheumatische Eigenschaften. Dr.
Schleicher entdeckte die Heilwirkungen des Schwarzkümmelöls bei
Neurodermitis, Asthma und Pollenallergien. Mit dem Einsatz von
Schwarzkümmel zur Stärkung der Abwehrkräfte beschäftigt sich
insbesondere der Arbeitskreis Immunologie, Berlin (Prof. Dr.
Kiesewetter).
Natürlich soll bei schweren Erkrankungen immer zunächst ein Arzt
aufgesucht werden. Der Schwarzkümmel kann dann begleitend zu
herkömmlichen Therapien eingenommen werden.
Rohstoffbeschreibung des Öles
Es handelt sich um ein dickflüssiges, fettes, grünbraunes, meist klares
Öl mit deutlich „kümmeligem“, süßlich-würzigem Geruch und leicht
scharfem Geschmack. Es handelt sich um ein trocknendes Öl und hält sich
ca. 5-6 Monate. Die Einsatzmenge in kosmetischen Formulierungen kann
zwischen 5-40% betragen.
Was stellen wir Selbstrührer nun damit an?
Durch die vorher beschriebenen Wirkungen bietet sich natürlich eine
breite Einsatzpalette bei diversen Hautbildern an. Da der Geruch sehr
„streng“ ist es ratsam das Öl mit einem anderen Basisöl zu mischen. Da
es zu den trocknenden Ölen gehört ist es ein Öl, das schnell einzieht
und keinen Film auf der Haut hinterlässt, daher gut geeignet für
normale bis fettende Haut (z. B. bei Aknehaut), wobei ich es durchaus
auch sehr gerne bei trockener, empfindlicher Haut verwende.
Schwarzkümmelöl ist hitzeempfindlich und sollte nicht über 65 Grad
erhitzt werden, da sonst die therapeutischen Eigenschaften verloren
gehen. Ich betrachte es als Wirkstoff und mische es immer erst unter
Cremes, wenn sie auf Handwärme abgekühlt sind – so kann man sicher
sein, dass die wertvollen Inhaltsstoffe ihre Wirkung beibehalten.
Natürlich spricht auch nichts dagegen das Öl oder auch die Samen in der
Küche zu verwenden als kulinarische Note. Das würzigriechende Öl und
die würzigen Samenkörner verleihen den Speisen eine orientalische Note
und stärken zugleich unsere Abwehrkräfte – so schlagen wir zwei Fliegen
mit einer Klappe.
Weitergehender Austausch über dieses vielfältig einsetzbare Öl,
Qualitätsunterschiede, Anwendungsmöglichkeiten etc. findet in unserem
Forum statt. Lasst uns dort weiter nach Herzenslust „palavern“.
Eure Anja
Weiterführende Links
http://aromatherapie.coolfreepages.com/Beschreibungen/heil/wissen/schwarzk.htm
wissenschaftlicher, sehr ausführlicher Text zu Schwarzkümmelöl
Buchtipps:
Peter Schleicher, Mohamed Saleh
Natürlich heilen mit Schwarzkümmel
Econ Ullstein List, 2001
ISBN 3-517-08137-X
Josef Neumayer
Schwarzkümmel. Das vielseitige Hausmittel
Ehrenwirth, 1999
ISBN 3-431-03551-5
Sylvia Luetjohann
Das Schwarzkümmel-Heilbuch
Windpferd, 2003
ISBN 3-89385-431-2
creative commons
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