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Kosmetik und Hygieneprodukte sind allgegenwärtig. Verkauft werden in deutschen Geschäften günstige industrielle Kosmetikartikel aus aller Welt. Jeder Anwender glaubt fest an eine umfassende Kontrolle aller Inhaltsstoffe und hofft sich etwas Gutes zu tun.

Auf die-aufruehrer.de möchten wir auf unerkannte Gefahren durch Kosmetikartikel aufmerksam machen. Erklärt wird außerdem, wie Sie Kosmetikprodukte, beispielsweise Seife oder Lippenstift, selbst herstellen können und damit Risiken vermeiden.

Kosmetik - ein sicheres Geschäft

Kosmetik ist ein Milliarden-Geschäft. Fein riechende Duftwässerchen, Hautcremes, Seifen, Lippenstifte - Kosmetikartikel für jeden Anwendungsbereich, sind in jedem Haushalt zu finden. Ohne Kosmetik, Reinigungs- und Pflegeprodukte auszukommen, passt nicht in den zivilisierten Lebensstil.

Durch den Verzicht auf Seife wäre Körperhygiene praktisch unmöglich. Etwas überspitzt formuliert ließe sich jeder Handwerker, der auf Seife verzichtet, am Geruch erkennen. Ungeschminkt, ohne etwas Make-Up, Lippenstift und ein dezentes Parfüm im Büro zu erscheinen, sprengt die Vorstellungskraft vor allem der Damenwelt. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist eine der Vorgaben, um gesellschaftlich akzeptiert zu sein.

Als Verkaufsargument nicht zu unterschätzen ist außerdem der Wunsch, durch Pflegeprodukte möglichst jung auszusehen. Aus Sicht der Werbestrategen "richtig angeleitet" werden heute sogar schon die Käufer der Zukunft. Kosmetik verkauft sich als Kinderspielzeug besonders gut im Zeitschriftenständer. Die Zielgruppe sind die Jüngsten der Gesellschaft, die gern genauso hübsch sein möchten, wie die Mama.

Sind nur sichere Produkte im Handel?

Deutsche Verbraucher sind dafür bekannt, möglichst nur Produkte zu kaufen, die als sicher gelten. Für die Kontrolle der Kosmetikartikel sind die gleichen Institutionen zuständig, wie zur Kontrolle der Lebensmittel.

Jeder Verbraucher verlässt sich auf die Kontrolle, obwohl es seit Jahren an Personal und Geld in der Lebensmittelüberwachung fehlt. Bis die Kontrolleure fündig werden, kann schon eine lange Zeit vergehen. Der Gammelfleischskandal und das Pferdefleisch in der Rindersuppe führen den Notstand eindrucksvoll vor Augen.

In Seifen, Lippenstiften und anderen "Pflegeprodukten" können etwa 10.000 unterschiedliche Substanzen enthalten sein. In Deutschland verboten sind davon etwa 1.400 Inhaltsstoffe. Gefunden werden verbotene Inhaltsstoffe nicht nur in Kosmetikartikeln und Pflegemitteln zweifelhafter Herkunft. Sogar in "Naturkosmetik" haben die Landesuntersuchungsämter in der Vergangenheit Belastungen festgestellt und beanstandet.

Risiken häufig unterschätzt

Etwa 20 Prozent aller Bürger in Deutschland leidet unter einer Kontaktallergie. Trotzdem ist es nur schwer möglich, Pflegeprodukte zu kaufen, die sicher ohne allergieauslösende oder krebserzeugende Inhaltsstoffe auskommen. Sogar, wenn den Kontrolleuren zufällig ein Produkt auffällt, können sie die Verbraucher kaum schützen. Aus dem Handel zurückgerufen werden verseuchte Chargen üblicherweise nicht. Der Hersteller erhält einen Hinweis auf seinen Fehler, darf aber ungestört weiterverkaufen.

Ein Problem für die Kontrolle entsteht durch den weltweiten Handel. Im Lippenstift kann die gleiche Farbe vorhanden sein, die sonst auf der Wand aufgetragen wird. Die TV-Doku "Die Story" (WDR-Fernsehen) zeigt beeindrucken, wie einfach es ist, "jeden Schund" als "Gesundheitspflegeprodukt" zu vermarkten. Unter dem Titel "Ungeschminkt - Die schmutzige Welt der Kosmetik" wurde der Beitrag Ende 2011 ausgestrahlt.

Zusätzliche Risiken entstehen durch neue Technologien. Den Begriff Nano-Technologie belegen etwa 60 Prozent aller Deutschen mit positiven Attributen. Eingesetzt wird die Technologie, die mit kleinsten Teilchengrößen arbeitet, vielfach in der Kosmetik und Pflegeprodukten. So enthalten beispielsweise mittlerweile viele Sonnenschutzcremes kleinste Bestandteile, die vor der Sonne schützen sollen. Bei kleinen Krebstieren haben Toxikologen die Veränderung des Erbgutes, genau durch die Nanotechnologie festgestellt, die Menschen vor der Sonne schützt. Obwohl die Produkte munter verkauft werden, fehlen Langzeitstudien noch völlig. Der Mensch wird zur "Versuchsratte".

Verbraucherschutz in die eigene Hand nehmen

Kein Hersteller würde auf seine Pflegeprodukte den Hinweis aufdrucken, "ungetestet, unkontrolliert, aber profitabel". Das genaue Studium der Produktbeschreibung schützt außerdem nicht vor Substanzen, die eigentlich nicht im Produkt enthalten sein dürfen. Den Verbraucherschutz selbst in die Hand nehmen können Konsumenten, wenn sie auf den Kauf der Fertigprodukte verzichten. Eine rigorose Kaufweigerung würde zum Umdenken in den Konzernen führen.

Auf den Staat zu vertrauen, wäre fast als etwas "naiv" zu bezeichnen. Der zuständigen Lebensmittelkontrolle fehlt es an Personal, Geld und umfassenden Sanktionsmöglichkeiten. Im Zeichen der schwarzen Null im öffentlichen Haushalt ist leider nicht von den benötigten Mitteln zur Aufstockung der Ressourcen auszugehen.

Trotzdem kann es sich seriös niemand leisten, ganz auf Hygiene- und Pflegemittel zu verzichten. Gesellschaftliche Normen und die schlichte Reinlichkeit verbieten einen Boykott durch Nutzungsverweigerung. Aber, jeder hat es selbst in der Hand sich und seine Familie zu schützen. Selbst Kosmetikartikel und Seifen für den Hausgebrauch herzustellen, ist nicht schwer.

Seife selbermachen - Hobby und Sicherheit

Gebrauchsfertige Pflegemittel zu boykottieren und zu wissen, "was drin ist in der Kosmetik", machen zunehmen mehr Menschen zu ihrem Hobby. Es gibt die Möglichkeit, bereits vorgefertigte Substanzen im Hobbyladen zu kaufen und einfach nur zu mischen. Trotzdem lehrt die Erfahrung mit industriellen Fertigprodukten, dass weiterhin keine Sicherheit bei den Inhaltsstoffen besteht.

Das nötige Labor, um selbst Seife herzustellen, hat jeder Haushalt sowieso. Benötigt wird eine Wärmequelle, die bietet der Herd. Ebenfalls im "Fundus" jedes normalen Haushaltes befindet sich ein alter Emaillekochtopf oder ein alter Edelstahltopf. Das weitere unverzichtbare Zubehör beschränkt sich auf eine genaue Küchenwaage, einen Plastik-Messbecher und einen Kunststofflöffel. Zur Luxusausstattung gehören ein Rührstab aus Kunststoff mit Edelstahlmesser und ein paar einfache Formen. Die Betonung der auf Kunststoff und Edelstahl ist den Werkstoffen zur Seifenproduktion geschuldet.

Hergestellt wird Seife aus Fett, verschiedenen Ölen nach Wunsch und einer Lauge aus der Apotheke. Essenzen, aus 100 Prozent natürlichen Duftstoffen, sorgen für den angenehmen Geruch. Unverzichtbar für die Arbeit sind Einweghandschuhe und eine Laborausstattung aus den genannten Materialien. Während des chemischen Umwandlungsprozesses führt der Seifenleim zu schmerzhaften Hautirritationen. Erst nach Abschluss des Reifeprozesses ist eine Seife, industriell oder selbst hergestellt, verwendbar.

Lippenstift in Eigenregie fertigen - einfacher geht es nicht

Das "Labor" zur Herstellung eines Lippenstiftes ist, im Vergleich zum Rühren von Seife, noch viel kleiner. Es besteht aus zwei normalen Löffeln und einer einfachen Schale. Damit der selbst gefertigte Lippenstift transport- und lagerfähig wird, fehlt nur noch ein kleines Plastikdöschen. Zum Auftrag auf die Lippen reicht ein einfacher kleiner Pinsel mit natürlichen Borsten aus.

Vaseline darf als sicheres, ungiftiges Hautpflegemittel vorausgesetzt werden. Statt mittels eines Lippenstiftes Nanoteilchen zu schlecken, muss bei Vaseline als Ersatz zur Lippenpflege, nicht mit gesundheitlichen Risiken gerechnet werden. Nur Vaseline auf die Lippen aufzutragen wäre natürlich farblos.

Sichere Farben finden sich beim Discounter oder in der Apotheke als Lebensmittelfarbe. Lebensmittelfarben sind unbedenklich zum Verzehr. Erzielbar bleibt jeder Farbeffekt durch das Mischen der Primärfarben - ROT, GELB, BLAU. Ist der gewünschte Farbton erreicht, muss die Farbe nur noch in die Vaseline eingerührt werden. Fertig ist der Lippenstift.